In dem Radiofeature "Heilige Krieger – Christfluencerund die Neue Rechte " wird aufgezeigt wie christliche Erweckungsbewegungen Einfluss nehmen auf politische Prozesse.
Der Kulturkampf ist in der Religion
angekommen. Das ARD Radiofeature zeigt wie Religion auf Social Media
funktioniert, wie neurechte Aktivisten das Christentum als Bollwerk
gegen Liberalismus, Feminismus und Vielfalt beanspruchen und die
Kirchen versuchen ihre Definition universaler christlicher Werte in
einer Welt im Wandel zu verteidigen.
Fundamentalismus gibt es heute auf vielfältige Weise.
Religiöser Fundamentalismus
Religiöser Fundamentalismus basiert auf einer strikten Handlungsorientierung von göttlichen Überlieferungen wie sie beispielsweise im Koran und in der Bibel vorgegeben sind. Die Orientierung an religiösen Vorschriften dehnt sich auch auf politische Ziele aus und geht oftmals Hand in Hand. Ziel ist eine von Gott geleitete "Herrschaft". Diejenigen, die der auserwählten Religion nicht folgen, gelten als "Ungläubige" und sind in den Augen vieler Fundamentalisten "dem Tode geweiht". Religiöse Regeln haben hierbei immer den Vorrang zu weltlichen Gesetzen.(Quelle)
Nähe zum Fanatismus
Der Fundamentalismus will die Gesellschaft nicht reformieren,
sondern sie auf das eigene religiöse oder völkische oder politische
Fundament stellen. Der Kern fundamentalistischer Ideologien ist dabei
die Tradition. Das bedeutet jedoch nicht, dass Fundamentalisten die
Ideen der Moderne wie Partizipation, totalistisches und egalitäres,
anti-elitäres Denken ablehnen würden. Im Gegenteil, sie deuten
diese für die eigenen Ziele um.
So werden die modernsten Mittel der
Kommunikation genutzt, um möglichst die Masse der Menschen zu
erreichen und zu beeinflussen. Die Videos des so genannten
Islamischen Staates für die Rekrutierung von Gefolgschaft auch in
Deutschland sind ebenso ein Beispiel wie die öffentlichkeitswirksam
inszenierten Auftritte der Identitären Bewegung in den Sozialen
Medien. (
Quelle)
In der Zeitschrift
BlickPunkt.e (Materialien zu Christentum,
Judentum, Israel und Nahost) zeigt Micha Brumlik auf, dass es auch einen
jüdischen Fundamentalismus gibt. (
Quelle)
Letzten Endes strebt der Siedlerfundamentalismus auf seine Weise
ebenso wie die islamistischen Palästinenser die Auflösung des
modernen, zionistischen Staates Israel an. Wo dieser Nationalstaat
auf die demokratische Verfasstheit des Volkes und auf die
Begrenztheit seines Territoriums sowie die prinzipielle
Gleichwertigkeit anderer Nationen setzte, kennt der Fundamentalismus
nur noch das Gegenteil all dessen: An die Stelle des demokratischen
Volkes tritt die jeweils beanspruchte, nicht mehr diskutierbare
Souveränität Gottes, an die Stelle eines von den Nachbarn
anerkannten Territoriums das heilige Land, das Siedlungsgebiet eines
Stammes, an die Stelle eines Staatsvolkes tritt das Volk Gottes.
So zeigt der Blick auf das Weltgeschehen immer wieder, dass die Lernfähigkeit großer Bevölkerungsteile , der Wille zur Toleranz und das Vermögen ohne Hass miteinander umzugehen doch sehr beschränkt ist. Politische Machtspielchen und diese verheerenden Kriege weltweit führen zu keiner progressive Entwicklung . Die neuen Medien befördern dieses Unvermögen noch zusätzlich durch Verkürzung, Anonymität und schneller Verbreitung ....
Interessant dazu in den Blättern neu: