09.06.26

Käfigkampf

 


Ellbogen treffen auf Nasenbeine, Fäuste prasseln auf Gegner nieder, die schon am Boden liegen: US-Präsident Donald Trump feiert seinen 80. Geburtstag mit Käfigkämpfen vorm Weißen Haus.

Ein Kommentar bei NDR Kultur sagt für mich eigentlich alles . 

Die Frankfurter Allgemeine fasst zusammen: Ein Bild für den Niedergang des Westens: Donald Trump feiert Geburtstag wie die römischen Kaiser. Mit Gladiatorenkämpfen in einem überdimensionierten Käfig vor dem Regierungssitz.

Das Weiße Haus ist nicht wiederzuerkennen: Erste Pressebilder zeigen, wie dort gerade eine Arena entsteht, in der am 14. Juni, zum 80. Geburtstag von Donald Trump, eine große Kampfsportveranstaltung mit 5000 Zuschauern stattfinden soll. Trump ist großer Fan der brutalen Mixed-Martial-Arts-Kämpfe der Kampfsportliga Ultimate Fighting Championship. Zum Geburtstag des Präsidenten wird also programmatisch Blut spritzen vor dem Weißen Haus.

Dessen klassizistische Architektur mit der harmonischen Tempelfront stand traditionell für den Anspruch Amerikas, sich an den humanistischen Werten der Antike und Renaissance zu orientieren. Die für den Geburtstag des Princeps aufgestellte Käfigkampf-Arena ist ein sprechendes Bild für den Untergang der alten westlichen Welt und für ein neues Amerika, das sich an einer dunkleren und gewalttätigeren Antike orientiert: Trump feiert Geburtstag, wie es die römischen Kaiser taten – mit Gladiatorenkämpfen.

Im Podcast der "Trump Effekt"  wird auf die momentane Gemengelage mit ZDF-Sonderkorrespondentin Katrin Eigendorf, Brüssel-Korrespondent Ulf Röller und Washington-Studioleiter Elmar Theveßen etwas länger eingegangen (57 Min) ...

05.06.26

Fundamentalismus

 In dem Radiofeature  "Heilige Krieger – Christfluencerund die Neue Rechte " wird aufgezeigt wie christliche Erweckungsbewegungen Einfluss nehmen auf politische Prozesse. 

Der Kulturkampf ist in der Religion angekommen. Das ARD Radiofeature zeigt wie Religion auf Social Media funktioniert, wie neurechte Aktivisten das Christentum als Bollwerk gegen Liberalismus, Feminismus und Vielfalt beanspruchen und die Kirchen versuchen ihre Definition universaler christlicher Werte in einer Welt im Wandel zu verteidigen.

Fundamentalismus gibt es heute auf vielfältige Weise.


Religiöser Fundamentalismus

Religiöser Fundamentalismus basiert auf einer strikten Handlungsorientierung von göttlichen Überlieferungen wie sie beispielsweise im Koran und in der Bibel vorgegeben sind. Die Orientierung an religiösen Vorschriften dehnt sich auch auf politische Ziele aus und geht oftmals Hand in Hand. Ziel ist eine von Gott geleitete "Herrschaft". Diejenigen, die der auserwählten Religion nicht folgen, gelten als "Ungläubige" und sind in den Augen vieler Fundamentalisten "dem Tode geweiht". Religiöse Regeln haben hierbei immer den Vorrang zu weltlichen Gesetzen.(Quelle)

Nähe zum Fanatismus

Der Fundamentalismus will die Gesellschaft nicht reformieren, sondern sie auf das eigene religiöse oder völkische oder politische Fundament stellen. Der Kern fundamentalistischer Ideologien ist dabei die Tradition. Das bedeutet jedoch nicht, dass Fundamentalisten die Ideen der Moderne wie Partizipation, totalistisches und egalitäres, anti-elitäres Denken ablehnen würden. Im Gegenteil, sie deuten diese für die eigenen Ziele um. So werden die modernsten Mittel der Kommunikation genutzt, um möglichst die Masse der Menschen zu erreichen und zu beeinflussen. Die Videos des so genannten Islamischen Staates für die Rekrutierung von Gefolgschaft auch in Deutschland sind ebenso ein Beispiel wie die öffentlichkeitswirksam inszenierten Auftritte der Identitären Bewegung in den Sozialen Medien. (Quelle)

In der Zeitschrift BlickPunkt.e (Materialien zu Christentum, Judentum, Israel und Nahost) zeigt Micha Brumlik auf, dass es auch einen jüdischen Fundamentalismus gibt. (Quelle)

Letzten Endes strebt der Siedlerfundamentalismus auf seine Weise ebenso wie die islamistischen Palästinenser die Auflösung des modernen, zionistischen Staates Israel an. Wo dieser Nationalstaat auf die demokratische Verfasstheit des Volkes und auf die Begrenztheit seines Territoriums sowie die prinzipielle Gleichwertigkeit anderer Nationen setzte, kennt der Fundamentalismus nur noch das Gegenteil all dessen: An die Stelle des demokratischen Volkes tritt die jeweils beanspruchte, nicht mehr diskutierbare Souveränität Gottes, an die Stelle eines von den Nachbarn anerkannten Territoriums das heilige Land, das Siedlungsgebiet eines Stammes, an die Stelle eines Staatsvolkes tritt das Volk Gottes.   

So zeigt der Blick auf das Weltgeschehen immer wieder, dass die Lernfähigkeit großer Bevölkerungsteile , der Wille zur Toleranz und das Vermögen ohne Hass miteinander umzugehen doch sehr beschränkt ist. Politische Machtspielchen und diese verheerenden Kriege weltweit führen zu keiner progressive Entwicklung . Die neuen Medien befördern dieses Unvermögen noch zusätzlich durch Verkürzung, Anonymität und schneller Verbreitung ....

Interessant dazu in den Blättern neu: