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| Ehebrunnen ohne Wasser |
Seit 1967 wurde in Nürnberg an einer U-Bahn gebaut. Erst ging es in Langwasser los und 1972 wurde der erste Abschnitt dort eröffnet. Bis 1975 wurde der Aufseßplatz als Endstation erreicht.
Zwischen 1973 und 1978 wurde mit riesigem Aufwand die Altstadt zwischen Hauptbahnhof und Plärrer zur U-Bahn Baustelle ….Die Bahnhöfe Hauptbahnhof, Lorenzkirche und Weißer Turm wurden 1978 eröffnet.
(https://www.nahverkehr-franken.de/ubahn/geschichte_ubahn.html)
Und dabei kommt nun die Entstehung des Ehebrunnens bzw. Ehekarussels ins Spiel. Vor dem Krieg sah es in der Umgebung des Weißen Turms so aus:
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| der Ludwigsplatz |
Vor dem Bau der U-Bahn fuhr dort auch noch die Straßenbahn durch die Altstadt:
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| mit Straßenbahnschienen |
Und Mitte der 70er Jahre entstand dort dann eine große Grube für den Bau der U-Bahn Station „Weißer Turm“. Der Turm selbst musste damals durch einen Betonsockel und Stützen abgesichert werden.
Parallel zum U-Bahn Bau unter der Altstadt hat die Stadtplanung unter Leitung von Stadtbaumeister Görl die Erweiterung der Fußgängerzone in die Wege geleitet. Unter seinem Vorgänger des Baureferenten Schmeißner wurde das erste Teilstück der Fußgängerzone schon 1962 in der Pfannenschmiedsgasse für 200 Meter (!) realisiert und 1966 auf die Breite Gasse ausgeweitet . (Im Juli 66 hab ich als Schüler in der Breiten Gasse noch Autos gezählt – jährliche Verkehrszählung als Schülerjob).
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| noch mit Autoverkehr |
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| ab 1966 Fußgängerzone |
1970 war die Breite Gasse dann auf einem Niveau gepflastert.
1972 schließlich waren Karolinenstraße , Kaiserstraße und ein großer Teil der Königstrasse Fußgängerzone. Die Straßenbahn fuhr dort noch. Im Untergrund wurde im Schildvortrieb die U-Bahn Trasse erweitert. Für den Bau der Stationen gab es Baugruben …
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| 1972 Sperrung an der Lorenzkirche |
Das hab ich damals so nicht mitbekommen - jedenfalls fehlt mir die Erinnerung ....
Nach Fertigstellung der Station „Weißer Turm“ würde auf dem Ludwigsplatz ein Entlüftungsschacht im Durchmesser von 6 m vorhanden sein. Ein offener Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung oder Abdeckung war ergebnislos gelaufen. Der Baureferent Görl ließ 1977 bei dem Bildhauer Jürgen Weber anfragen, ob er sich eine Lösung vorstellen könnte. Auflage: Die Thematik sollte etwas mit der Stadt Nürnberg zu tun haben.
Weber machte sich Gedanken und stieß auf das Gedicht von Hans Sachs:
Nach Aussage von Weber hatte auch er einige Schwierigkeiten in der Ehe mit seiner zweiten Frau . Er machte sich an den Entwurf eines Ehekarussells anlehnend an das Gedicht.
Karussell weil für ihn der kreisförmige Umfang des Schachts und die ständige Wiederholungen von Ehezuständen im Gedicht die Verlagerung des Ehelebens auf den Rummelplatz für ihn als Idee naheliegend war.
Er beschränkte sich auf 6 Karussellwagen die bildhafte Deutungsmöglichkeiten zulassen sollten. Von der Gestaltung her sollte es ein Brunnen sein, der also Szenen einer Ehe darstellt inmitten einer Komposition aus Menschen, Tieren, Pflanzen und Früchten, aus Felsen, Muscheln, Feuer und Wasser. Jedem der Wagen wurde von ihm ein halbkreisförmiges Wasserbecken zugeordnet, was zu einer Blütenform oder auch Rosette führte. Da das Gedicht ausgewogen ist – auf jeden positiven Satz folgt ein negativer. So ist es dann auch in diesem Karussellentwurf.
Kompositorisch sind dann im Modell noch zugeordnet ein tanzender Hans Sachs auf einer phallusähnlichen Säule, daneben ein Ehefelsen mit springenden Bock und Brunnennymphe als Symbole des Liebestriebs , gegenüber eine Rosensäule …
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| Schema des Aufbaus |
7 Jahre arbeitete Weber unterstützt von seiner Frau und einem Mitarbeiter an der Realisierung des Auftrags der Stadt Nürnberg. Vorentwurf im Maßstab 1:20 in Gips, Entwurf 1:10 in Ton und Gips, Modelle der Wagen in 1:5 in Gips, Modelle in 1:1 als Hohlform. Zersägen der 1:1 Modelle der "Karusellwagen in 40-60-Stücke, überarbeiten der Einzelstücke in Gips und Lieferung an die Gießerei Herbich in Müchen. Dort Wachsgüsse und wieder Überarbeitung, Bronzeguss der Einzelstücke im Wachsschmelzverfahren. Zusammenschweißen von Einzelstücken. Also mehrmals der Wechsel von Positiv- zu Negativ- zu Positivformen mit immer neuen , feineren Überarbeitungen. Von 1982 dann noch die Arbeiten am Marmor für die vorgesehenen Plastiken. Ein Aufwand der natürlich nicht nur Zeit, sondern auch finanzielle Mittel bedurfte : Über 2 Millionen DM wurden bezahlt.
Ich habe mir seine Veröffentlichung über die Arbeit antiquarisch besorgt und werde im nächsten Blog auf Details des Brunnens eingehen ....
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| erschienen im Verlag Edelmann |
Die Fontänen im Brunnen sind wegen der Haushaltssperre schon seit September stillgelegt ...













